Es ist schon wieder was passiert!1

Nein, so tragisch ist das nicht, es geht doch bloß um einen Schokoladenkuchen. Eigentlich ist das laut Rezept ja ein doppelter Schokoladenpudding. Aber weil Pudding für mich etwas ist, das aus einem Packerl mit Milch angerührt und aufgekocht wird, und das, wenn es schiefgeht, „Purzerl“ enthält und wenn es erkaltet obenauf eine Haut (wie ekelig) bildet, ist das hier ein Schokokuchen mit integrierter Schokosauce (wie genial!) – aber sicher kein Pudding!

Also, ein Schokokuchen mit integrierter Schokosauce, wie geht denn das nun wieder? Leicht, ganz leicht (aber das sage ich ja immer).

Zutaten:

Teig:

  • 180 g Mehl
  • 3 TL Backpulver
  • 30 g Kakaopulver
  • 180 g Zucker
  • 90 g zerlassene Butter
  • 180 ml Milch
  • 2 Eier

Sauce:

  •  375 ml Milch
  • 250 ml Wasser
  • 180 g dunkle Schokolade

Das Rezept ist aus diesem Kochbuch: Das große Buch der Vegetarischen Küche, erschienen 2003 bei Bellavista, Köln (Seite 251). Die Unsitte der unmotivierten Großschreibung von Wörtern mitten im Text oder Titel rührt bestimmt vom Englischen – vegetarisch ist (mir) zwar wichtig, aber ich würde es eigentlich doch lieber klein schreiben. Egal. Wir wollen Schokokuchen, keine Rechtschreibdiskussion.

Toll an diesem Rezept ist, dass es keines Mixers oder gar einer Küchenmaschine bedarf – die Zutaten ein bissl zusammenschütten, ein bissl umrühren, ein bissl erwärmen, ein bissl warten, fertig. Ohne einer großen Form geht es aber dann doch nicht – 2,5 l muss die schon fassen. Ich habe eine Auflaufform aus Glas genommen, eine Springform würde ich nicht anraten (wäre die überhaupt groß genug?). Oder aber, da das ganze ausgibt für 6 Personen und wer braucht das schon, ihr halbiert die Menge der Zutaten und könnt dann eine entsprechend kleinere Form nehmen.

Und wehe, wehe, ihr nehmt „Kakao“ im Sinne von gezuckertem Instantpulver! Das muss gutes, echtes, klassisches Kakaopulver sein – ich schwöre auf dieses hier von Bensdorp, steht ja nicht umsonst „Eine Weltmarke“ darauf!

Bei der Schokolade würde ich nicht die gewöhnliche Kochschokolade nehmen, sondern auf ein Qualitätsprodukt zurückgreifen. Ich nahm dieses Mal Edelschokolade mit 85%, aber das ist mir im Endeffekt dann doch ein bisschen zuviel des Guten. 70% genügt, Milchschokolade wäre definitiv verfehlt.

Nun aber frisch ans Werk!

Zubereitung:

Butter zerlassen. Ein bissl mehr Butter als angegeben nehmen und damit dann die Form einpinseln. Beiseite stellen.

Mehl und Backpulver in eine große Schüssel sieben, Kakaopulver dazu, Zucker auch. Beiseite stellen.

Eier in einer kleineren Schüssel dezent verquirlen, Milch dazu. Beiseite stellen.

Für die Sauce die Schokolade in kleine Stücke brechen oder hacken, mit Milch und Wasser vorsichtig erwärmen bis die Schokolade zergangen ist (nicht kochen). Beiseite stellen.

Die Eimilch und die Butter in den Mehlzucker gießen, mit einem Kochlöffel verrühren – aber nicht zu lange oder gar zu wild, das mag der Teig nicht. Nun die Masse, die eher fest ist, in die vorbereitete Form geben. Die Sauce – eigentlich ist das ja eine gewässerte Schokomilch – darübergießen. Ja, das schaut komisch aus, macht aber nix. Ins Rohr, 180°C, 45 Minuten lang.

Wahnsinn.

1 Zitat aus den Haas’schen Brenner-Romanen.