Schlechter Reim, gutes Essen.

Ausnahmsweise gibt es hier keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, sondern die silvesterliche Menüfolge mit Links (wenn vorhanden) zu den entsprechenden Rezepten. Damit müsst ihr vorlieb nehmen. Ihr schafft das.

Hier die Liste, darunter die Links:

  • Blinis
  • Orange Gin Sparkler
  • Erbsensuppe
  • Couscous mit Grapefruit
  • Quinoa mit Kohlsprossen
  • Vanillepudding
  • Orangentorte
  • Punschkrapferl
  • Chili

Als Vorspeise gab’s Blinis mit Crème fraîche, Lachs und geräucherter Forelle nach einem Rezept von Nigella Lawson (die allerdings Kaviar dazu isst). Das genaue Rezept findet sich meines Wissens nach nirgendwo im Internet, dieses hier kommt allerdings ziemlich genau hin. Auch hat die Lawson die Blinis in ihrem Kochbuch nicht als solche bezeichnet, sondern als Potato-Pancakes with Caviar oder so ähnlich. Unglaublich!
Wichtig: Zu den Blinis Wodka trinken. Norderd Wodka.

Dann folgte ein etwas leichteres und erfrischendes alkoholisches Getränk: Orange Gin Sparkler. Eigentlich hätte es ein Blutorangen-Sparkler werden sollen, aber die Beratungskompetenz des Verkaufspersonals in den hiesigen Supermärkten ist, nunja, nicht die höchste. Genial war die Kombi aus Zitrusfrucht und Rosmarinsirup (selbst hergestellt) dennoch!

Zur Suppe, zur Suppe! Erbsensuppe mit Safran-Karfiol = Geschmacksexplosion & Augenschmaus, so die Gleichung. Ein Luxusessen, ein Gedicht, ein Wahnsinn!

Couscous in grün mit Grapefruitfilets nach einer Inspiration vom großartigen Wrenkh wurde am Teller gepaart mit Quinoa mit Kohlsprossen, ebenfalls nach Wrenkh’scher Anregung. Sah gut aus, schmeckte ebenso. Grün wurde der Couscous durch einen pürierten Petersil-Basilikum-Knoblauch-Mix, hervorragend passten dazu die grapefruitroten-Grapefruitfilets, sowohl in geschmacklicher als auch in optischer Hinsicht. (Wie wird die Farbe einer Grapefruit genannt?) Auf der anderen Tellerhälfte wurde der Quinoa angerichtet, dem in der Pfanne zuvor noch kurz Kohlsprossen, Pinienkerne, Zwiebel und getrocknete Tomaten beigemengt wurden, abgeschmeckt mit Garam Masala, Honig und Zitronensaft. Winterlich wärmend und magenfüllend.

Hervorragender selbst hergestellter Vanillepudding kam danach – aus Milch, Zucker, Maisstärke, Eischnee und Vanilleschote sowie einem Hauch Zimt. Die klassische Himbeersirup-und-Smarties-Deko wurde verschmäht, der Pudding war solo am besten! (In your face, Fertigpulverpudding!)

Müdigkeit wurde mit Kaffee bekämpft, dazu gab’s Punschkrapferl (nach einem Geheimrezept mit viel Rum und ordinärpinker Glasur) und fruchtig-zuckrige Orangen-Karamell-Torte.

Bereits vor Mitternacht kam bei manchen der Anwesenden bereits wieder Hunger auf (oder war’s die Gier? der Alkohol? die simple Lust am Essen?) – endgültig sättigend wirkte das am Vortag zubereitete und seit dem frühen Abend wieder köchelnden Chili, das zwar zum Bedauern mancher keine Bohnen, dafür aber gefühlte 7 verschiedene Getreidesorten enthielt. Vielseitig zu verwenden ist es jedenfalls: als Vormitternachtsjause, als Nachmitternachtsgulasch und als Frühstück. Dazu wurden drei verschiedene Brotsorten vom Lieblingsbäcker Gragger gereicht: Weißbrot, Anisbrot, Bauernbrot, außerdem Dill-Joghurt und Minze-Joghurt.

Für eine fotografische Beweisaufnahme der Gerichte fehlten die Zeit und der Wille (und das Licht). Müsst ihr also nachkochen! Viel Erfolg und Freude dabei!