Ursprünglich hieß das Gebäck ja Biscotti di Prato. Wieso es dann Cantuccini genannt wurde, weiß ich nicht. Unbestritten ist jedenfalls, dass es durch und durch trocken und überaus bröselig ist. (Besitzt jeder italienische Haushalt deshalb einen Handstaubsauger?) Warum Cantuccini dennoch zu meinen meistgeliebten Backwaren zählen, liegt in ihrer Natur: diese verlangt quasi, sie in Kaffee zu tunken. Und bitte, wie genial ist das denn? Ich bin eine notorische Kaffee-Tunkerin, muss ich hier offenlegen. Kein Kuchen, Keks oder Brioche, gar Brot, das nicht seinen Weg in mein Kaffeehäferl findet. Nein, mir macht es nichts aus, dass dann aufgeweichte Flankerl im Kaffee herumschwimmen, im Gegenteil.

Das Rezept ist eins zu eins übernommen von dieser wunderschönen Seite hier. Der Fotos wegen ist natürlich ein Besuch empfehlenswert, zur Backanleitung könnt ihr gerne hier bei mir verweilen – ich habe nämlich die (elendigen!) Volumenmaße umgerechnet. Ja, das ist nett von mir.

Schokolade-Haselnuss-Cantuccini

ergibt knapp 30 Stück

Zutaten:

  • 160 g ganze Haselnüsse
  • 110 g Butter (Zimmertemperatur)
  • 200 g Zucker
  • 2 Eier (Zimmertemperatur)
  • 1 Teelöffel Vanilleextrakt
  • 280 g Mehl (universal)
  • 3 Esslöffel Kakaopulver
  • 1/2 Teelöffel Natron
  • 1/2 Teelöffel Backpulver
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

Um die Schale der Haselnüsse zu entfernen, gibt’s eine wunderbare Methode: Die Nüsse werden auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech 8 Minuten lang bei 190°C geröstet, dann auf ein sauberes Geschirrtuch gegeben und damit/darin  kräftig aneinander gerieben. Nicht enttäuscht sein: alle Schalen lassen sich nicht entfernen. Das Geschirrtuch jedenfalls muss danach definitiv zur Wäsche.

Nun auf einem Schneidbrett die Nüsse mit einem großen, scharfen Messer grob hacken. Ein guter Teil der Haselnüsse soll ganz bleiben.

In einer Schüssel die Butter und den Zucker mit einem Mixer gut verrühren – die Masse soll weiß und flaumig sein. Dann die Eier und das Vanilleextrakt dazugeben und weiterrühren (lassen). Die Eier bzw. alle Zutaten sollten ungefähr die gleiche Temperatur haben, ansonsten besteht die Gefahr, dass der Teig ausflockt, und das wollen wir ja wirklich nicht. Als Alternative zum Vanilleextrakt dient Vanillemark oder Vanillepulver, würde ich sagen. Ein Schuss Alkohol im Teig ist nichtsdestotrotz super …

In der Zwischenzeit oder danach oder davor das Mehl in eine Schüssel sieben und mit dem Kakao, Backpulver, Natron und Salz vermischen. Die Mehlmischung nun vorsichtig in die Buttermischung rühren, Nüsse dazu.

Jetzt wird’s pickig (äh, klebrig): aus dem Teig (der hervorragend schmeckt, also Vorsicht, Teignascher_innen!) mit den bemehlten Händen auf dem bebackpapierten Backblech zwei flache Laibe formen, jeweils etwa 7 cm breit und 25 cm lang. In etwa. Ungefähr. Je nachdem. Es soll halt kein Teig übrig bleiben und die Laibe einen Sicherheitsabstand von mindestens 3 Zentimeter zueinander haben und zu dick (hoch) sollen sie auch nicht sein.

Nun im Backrohr bei 180°C  für 25 – 30 min backen; die Laibe sollen fest sein. Das Besondere an den Cantuccini ist ja, dass sie doppelt gebacken werden (zwiebacken!) – daher jetzt die wohlriechenden Backerzeugnisse aus dem Rohr nehmen, 10 Minuten auskühlen lassen, mit einem scharfen Messer auf einem Schneidbrett in etwa 1,5 – 2 cm breite Scheiben schneiden und diese mit der Schneidseite (wie heißt das wirklich?) nach oben wieder auf das Blech legen. Die Dinger nun erneut ins Rohr geben, für insgesamt 30 Minuten bei 150°C drin lassen – wobei nach 15 Minuten Backzeit die Cantuccini einmal gewendet werden müssen, denn es darf ja keine Seite benachteiligt werden!

Aus dem Rohr nehmen und noch 30 min am Blech abkühlen lassen – dabei werden sie (noch) knusprig(er)! Bitte in einem Konservenglas oder einer Dose aufbewahren; so sie nicht gegessen werden halten sie darin ewig. Bei mir musste ob der Menge an Backwerk die weihnachtliche Keksdose als Aufbewahrungsgefäß herhalten – ist eh schön, ich mag ja Weihnachten.

Protipp: Cantuccini lassen sich nicht nur in Kaffee tunken, auch Rotwein macht sich hervorragend als Begleitung!

Gibt’s Erfahrungsberichte zu anderen biscottinischen Cantucini unter der werten Leser_innenschaft? Originalrezept mit Mandeln und so?