Update! Neue Fotos und neue Variationen – farbig hervorgehoben!

Es reicht ja schön langsam wirklich. Beinahe täglich ist in diesem Haushalt ein Seufzer zu vernehmen, der den Früchten des Frühlings und Sommers huldigt, ein wehmütiges „Tomaten“ etwa, oder ein sehnsüchtiges „Zucchini“, gar ein verlangendes „Gurken“… Aber bis dahin ist es noch eine Weile (Monate! Monate!) und wer seine Geschmacksnerven nicht mit geschmackfreier importierter Ware von weit her (hallo Neuseeland, Israel, Brasilien etc.) beleidigen will, muss mit dem Vorlieb nehmen, was die Lagerhaltung hergibt – sprich, was an den sonnigeren Tagen in unseren Gefilden eingelegt, eingemacht und eingelagert worden ist. Das bedeutet nun einmal, nicht um das – zu Unrecht – oft verschmähte und verkannte WINTERGEMÜSE herumzukommen. Da müssen wir durch. Da müssen wir was machen.

Protipp: Das Wort „Wintergemüse“ dürfen wir übrigens durchaus in Großbuchstaben schreiben, denn das drückt die Verachtung, die ihm gegenüber dargebracht wird, entsprechend aus, klagt die karge Auswahl an Obst & Gemüse in unseren Breiten zu dieser Jahreszeit an und kann gleichzeitig der Türöffner sein, den wir benötigen, um diesem Missstand erhobenen Hauptes zu begegnen.

Wieder einmal war David Lebovitz schuld. Der kauft auch immer alle möglichen Wurzeln und Knollen am Markt und überlegt sich erst zuhause, was er damit anfangen könnte. Also nehmen wir, so wie er, was wir haben, werfen es zusammen, geben viel Olivenöl dazu und voilà – WINTERGEMÜSE schmeckt ja hervorragend! Welch Überraschung! Die Mengen bitte dem Hunger und dem Vorhandensein der Zutaten entsprechend wählen.

Zutaten:

  • Verschiedene Sorten Wintergemüse, z. B. Pastinake, Peterwurze, Rote Rübe, Knollensellerie, Schwarzer Rettich, Topinambur etc.
  • Karotten in diversen Farben
  • Zwiebel
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl
  • Petersilie, Dill o. ä. Kräuter
  • Kreuzkümmel

Das WINTERGEMÜSE und die Karotten waschen, schälen (nur wenn notwendig) und in etwa 1×1 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel häuten und grob hacken. Das Gemüse nun auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen, großzügig mit Salz, Pfeffer und Kräutern würzen und ebenso großzügig mit Olivenöl beträufeln, außerdem 1 EL Kreuzkümmel dazumischen. Im Rohr bei etwa 200°C ungefähr 45 min backen, dazwischen ein- oder zweimal wenden.

Dazu:

  • Natur- oder Wildreis

Nach Packungsanweisung zubereiten. 1 TL gemahlenes Zimt verhilft dem Reis übrigens zu einem ungeahnten Höhenflug in Sachen Geschmack – subtil und doch bereichernd.

Dressing:

Darüber kommt ein Dressing, das nach den gleichen Maßstäben zubereitet wird: verwendet wird, was der Kühlschrank hergibt. Bei mir (in Anlehnung an das oben verlinkte Originalrezept von D. Lebovitz) einmal so:

  • 1 EL Tahini (Sesampaste)
  • 250 ml Sauerrahm
  • 1 EL Zitronensaft

und einmal so:

  • 250 ml Sauerrahm
  • 1 EL Tomatenmark
  • Chiliflocken
  • Salz, Pfeffer

und ein anderes Mal so:

  • 125 ml Joghurt oder Buttermilch
  • 1 EL Zitronensaft
  • Kresse

Fertig!

Wenn der Reis und das WINTERGEMÜSE fertig sind, richten wir sie auf einem Teller an und geben das Dressing darüber. Im Original ist das Gericht ein kalter Salat, wir aber wollen was Warmes, weil ja Winter ist, lassen es also nicht auskühlen. Bestimmt lässt sich das auf diese Art zubereitete WINTERGEMÜSE auch noch anders einsetzen, als Beilage zu Fleisch (!) etwa, zu Fisch oder vielleicht mit Hirse oder Linsen statt Reis. Es kann ja so einfach sein!

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