Es gibt immer ein erstes Mal: das erste Mal ein Gastbeitrag auf diesem Blog. Und dann gleich sowas: Marmorkuchen im Ei! Ein herzliches Dankeschön an meine liebe Freundin Laura, die diese kleinen Kunstwerke geschaffen hat und diese Erfahrung hier mit uns teilt. Erfreuet Euch gemeinsam mit mir daran!

Die perfekte Verpackung

Etwas spät ist es für ein Osterrezept, vor allem, wenn in den meisten Kühlschränken wohl nur mehr hartgekochte Eier lagern … Moment! Eigentlich passt der Zeitpunkt genau zu diesem Projekt – wenn es Euch dabei ähnlich geht wie mir, dann rechne ich mit NachahmerInnen zu Ostern 2015.

Nicht weniger als drei Jahre lang haben Idee und Rezept in meinem geistigen Rezeptordner geruht. Gefunden habe ich es auf einem der ersten Foodblogs, den ich regelmäßig gelesen habe und zwar in einer Zeit, als mein Hirn sehr empfänglich war für derartige Geschichten – natürlich beim Schreiben meiner Diplomarbeit.

Nun. Warum dieses Jahr also endlich Cake Eggs? An das Rezept erinnert und motiviert hat mich eine wunderbare Schokoladenverkostung im Schokov, diese tollen Goldeier, ausgeblasen und mit Nougat gefüllt und ein Gespräch mit dem Chef – „Ah, toll, Nougateier, jaja, ich mach heuer übrigens Kucheneier …“ So oder so ähnlich hab ich dort vor Publikum angegeben und da ging kein Rückzieher mehr.

Also. Palmsonntag, ein Karton Eier und ein Projekt. Die erste Schwierigkeit: Wie ein Loch in ein Ei bohren? Eier ausgeblasen hab ich seit dem Kindergarten nicht mehr (und auch da hat das, glaub ich, meine Mutter übernommen), also bin ich mit einem Zahnstocher kläglich gescheitert. Ein Gabelzinken hat’s geschafft und das „Entkernen“ des Eis war gar nicht so mühsam wie befürchtet. Auswaschen, in Salzwasser reinigen, trocknen lassen. Dass das wenig Arbeit wird, hab ich zum Glück eh nicht geglaubt . Fragen über Fragen: Wie backen? Worin? Fängt ein Eierkarton im Backrohr zu brennen an? (Warum sollte er, eigentlich? Von selbst?) Brennen Eierschalen? Wo ist mein Spritzsack? Schaffe ich es, die richtige Menge einzufüllen? What the …? Was für ein Aufwand!?

Große Freude, großer Stolz jedoch später, heil und ganz, sieben ziemlich perfekte Cake Eggs. Empfehlung: Am selben Tag und mit meiner Ungeduld lassen sie sich nicht optimal schälen. Aber sie halten, konserviert in der perfekten natürlichen Verpackung, ein paar Tage und dann, dann ist die Freude über so ein Marmor-Fast-Fabergé-Ei natürlich groß und erst die Verwunderung allerseits …

Ob mir der Herr Schokov wohl auf meine Ostergrüße plus Foto antwortet oder ob er mich als (und nicht nur er: ich habe Blicke gesehen …) als Irre abschreibt? Ob ich wohl wieder einmal Eierschalen mit Öl ausschüttle? Ob ich wohl nochmal auf Andreas Blog schreiben darf? Egal:

Frohe Ostern 2015!

Marmor Cake Eggs

(Rezeptquelle: Nicole Stich, Delicious Days)

7–8 Stück

  •  7–8 Eierschalen, gereinigt und getrocknet
  • 100 g weiche Butter
  • 100 g Zucker
  • 100 g Mehl
  • 3 Eier für den Teig
  • 1 TL Backpulver
  • 2 EL Eierlikör
  • 2 EL (oder etwas mehr) Milch
  • 1 EL Kakaopulver
  • Öl zum Einfetten der Eierschalen

Eierkarton, Alufolie, Salz, Wasser, Spritzsack

Eier vorbereiten: Ein Loch in die Oberseite des Eis bohren (etwa einen Zentimeter Durchmesser) und den Inhalt mit Hilfe eines Zahnstochers in eine Schüssel schütteln. Drei davon in einem Schüsserl für den Teig aufbewahren, aus den restlichen, vielleicht während die Eier trocknen, Eierspeise kochen. Die Eier mit Wasser ausspülen und in eine Schüssel mit Salzwasser einlegen (Empfohlen werden 100 g Salz auf einen Liter Wasser aufgelöst, aus meiner Sicht tut’s ein bissl weniger von beidem auch). Eine halbe Stunde einweichen lassen, ausspülen und verkehrt auf einem Geschirrtuch trocknen lassen.

Ofen auf 180 Grad vorheizen. Nicole Stich empfiehlt, Alufolien-Ringe in ein Muffinsblech zu setzen – mutig habe ich mich dazu entschlossen, einen Eierkarton mit Alufolie auszulegen und so eine Form zu basteln, das klappt bestens und erscheint mir stabiler. Etwas Öl in jede Eierschale geben und die Eier schütteln, sodass sie gut eingefettet sind – das macht richtig schön kindisch Spaß. Gefettete Eierschalen in den Eierkarton setzen.

Teig: Weiche Butter mit Zucker verschlagen, danach die Eier einrühren. Mehl mit Backpulver untermischen und den Teig teilen. In eine Hälfte Eierlikör einrühren, die zweite Hälfte mit Kakaopulver und Milch vermischen. Der Teig soll eine cremige Konsistenz haben.

Die Hälfte des hellen Teiges in einen Spritzsack mit glatter Tülle füllen und in die Eierschalen spritzen. Danach den Kakaoteig in die Eier spritzen und mit einer Schicht hellem Teig abschließen. Dabei habe ich nicht etwa den Spritzsack gewaschen oder gewechselt, wenn schon Marmor, denn schon … die Möglichkeit, den Teig wie im Rezept mit einem Tee(Eier-)löffel einzufüllen, habe ich sofort verworfen – immerhin heißt es im Rezept, dass dafür noch mehr Geduld nötig ist … Die etwa zu dreiviertel gefüllten Eier (Ja nicht zu wenig Teig verwenden! Überschüssiges kann leicht entfernt werden, wenn die Eier im gebackenen Zustand nicht voll sind, schauen sie trist aus!) in der Alu-Eierkarton-Form in den Ofen stellen und etwa 20–25 Minuten backen.

Stolz sein, verschenken oder selber dran freuen!