Es war ein arbeitsintensives Projekt. Es war ein Projekt, das schon lange auf der To-Do-Liste im hiesigen Haushalt stand. Es war ein notwendiges Projekt. Nämlich: Die Küche musste neu ausgemalt werden. Und so geschah es auch, an einem Wochenende im April. Das klingt jetzt nicht sonderlich aufregend, im Prozess war es dann aber doch spannend. Zum Beispiel, als sich plötzlich von einer Wand die alten Farbschichten bis auf den Putz lösten, oder beim Verspachteln von Löchern diese nur noch größer wurden, weil der Putz herausbröckelte, oder auf einmal alte Tapetenschichten auf Holzuntergrund zum Vorschein kamen… Nun ja, Perfektionismus hat in einem Altbau nichts verloren und mit vielen Kompromissen und Tricksereien strahlen die Decke und die Wände mittlerweile wieder weiß bzw. orange.

Üblicherweise gibt es auf so einer Baustelle Wurstsemmel von der Feinkosttheke des nächsten Supermarktes und Essen vom Lieferservice, dazu das obligatorische Baustellenbier. Blöd nur, wenn in der Küche noch frisches Gemüse von der letzten Biokistl-Lieferung vorhanden und schlecht werden lassen einfach so gar nicht meins ist. Was tun? Am Vortag eine Quiche machen, die dann nur mehr am Plattengrill aufgewärmt werden muss. Im Wohnzimmer. Warum auch nicht.

Baustellenbier gab es natürlich trotzdem!

Zum Rezept:

  • Statt Fenchel kann hier natürlich anderes Gemüse verwendet werden, Lauch bietet sich an, aber auch Spargel oder Spinat, Zucchini, Grünkohl und so weiter.
  • Außerdem eignet sich eine Quiche dieser Art hervorragend, um etwaige Käsereste zu verbrauchen. Ich kaufe Käse seit etwa einem halben Jahr übrigens ausschließlich am Karmelitermarkt bei Helwin Hinke (dort, wo die längste Schlange ist). Empfehlung!
  • Darüber hinaus muss hier nicht unbedingt Buttermilch verwendet werden, diese kann einfach durch Sauerrahm oder Topfen oder Obers ersetzt werden.
  • Fenchel braucht überdies nicht sonderlich gewürzt werden, Salz und Pfeffer reichen. Bei Lauch, Spargel oder Zucchini würde ich zusätzlich noch Kräuter und dergleichen (Petersilie, Basilikum, Muskatnuss…) dazugeben.

Zutaten:

Mürbteig:

  • 100 g Mehl
  • 80 g Vollkornmehl (z.B. Dinkel)
  • 100 g Butter, kalt
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz

Belag:

  • 2 kleine Fenchelknollen
  • 2 Eier
  • 100 ml Buttermilch
  • etwa 50 g würzigen Hartkäse
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Die kalte Butter in grobe Würfel schneiden und mit Mehl, Ei und Salz rasch zu einem glatten Mürbteig kneten. In Frischhaltefolie einwickeln oder in einen verschließbaren Behälter (Plastikdose) geben und etwa 30 min kalt stellen.

In der Zwischenzeit die Fenchelknollen waschen, halbieren und vom Strunk befreien; dann in feine Streifen schneiden – quer oder längs.

In einer Schüssel die Eier mit der Buttermilch verrühren, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Käse entweder fein würfeln oder reiben, die Hälfte in die Eimasse rühren.

Ofen auf 190° C vorheizen.

Den Teig wieder ins Warme holen, eine Springform mit Backpapier auslegen (auf den Rand nicht vergessen – aber Achtung, das ist keine Maßarbeit!). Den Teig auf der bemehlten Arbeitsplatte ausrollen und in die Springform transferieren, dort etwa 3 cm Rand mit den Fingern hoch- bzw. festdrücken. Wenn er reißt oder ungleichmäßig dick ist, einfach mit den Fingern herumbasteln!

Fenchel am Teig verteilen, mit der Eimischung übergießen und den restlichen Käse darüberstreuen. Etwa 30 min backen.