Endlich! Endlich kein jahreszeitenzentrierter Blogeintrag! Kartoffel gibt es zum Glück das ganze Jahr über. Ich wüsste nicht, was ich ohne Kartoffel tun sollte. Ungefähr einmal pro Woche finden sie den Weg auf meinen Teller, im Winter (ha! Jahreszeit!) auch öfter. Sie sind ein hervorragender „Träger“ eines Gerichtes, sie paaren sich mit fast allem gut, sind dankbar, sättigend, warm… Egal ob Kartoffelpüree, warmer Kartoffelsalat, Erdäpfelkäse, Grillkartoffel, Petersilkartoffel als Beilage zu Fisch, Erdäpfelnudel – ich liebe sie alle.

Kartoffel? Erdäpfel? Aufgewachsen bin ich an der sprachlichen Erdäpfel-Kartoffel-Grenze (dort, wo auch die Paradeiser-Tomaten-Grenze ist), von daher ist es mir einerlei, wie das Knollengewächs genannt wird, bei uns war immer beides richtig. Oft ist das sowieso abhängig vom Gericht (Erdäpfelkäse vs. Petersilkartoffel).

Wie ich jetzt bei all dem frischen Grünzeug ausgerechnet auf Kartoffel komme? Einerseits bin ich vor ein paar Tagen im Internet über das Rezept für „Crispy Baked French Fries“ gestolpert – wer könnte bei so einem Titel nicht daraufklicken? Und andererseits habe ich – auch im Internet – zufällig den Facebookeintrag des ambitionierten Projekts „Daniel wird weniger“ (30 kg abnehmen in einem Jahr) gelesen:

„In einer Woche regiert König Fußball, und damit ist sicher, dass die Trainingsintensität leiden wird. Gibts ein paar Tips wodurch Chips & Bier beim täglichen Fußballabend idealerweise ersetzt werden?“

Gesucht ist also Chips-Ersatz für die Abende vor dem Fernseher während der Fußballeuropameisterschaft 2012. Die Rohkost-mit-Joghurtdip-Ideen sind zwar immer sehr löblich und für den einen oder anderen Fußballabend tatsächlich die passende Wahl. Selbstfrittierte Chips, ein anderer Vorschlag, sind wahrscheinlich besser als gekaufte – da weiß man zumindest, welches und wie viel Öl man genommen hat. Aber eigentlich ist das alles nicht das Richtige, ein Mittelweg muss her. An diesem Punkt komme ich nun ins Spiel: mit gebackenen Kartoffelspalten!

Kartoffel? Ja! Knusprig? Ja! Fettig? Kaum!

Da die Kartoffel gebacken werden, wird viel weniger Öl verwendet als beim Frittieren. Ein adäquater Snack für den Fußballabend und ein adäquater Ersatz für Chips!

Nur für den Bier-Ersatz habe ich noch keine Lösung gefunden.

Rezept nach cookieandkate Dauer: 50 min, davon 30 min Backzeit.

Anmerkungen zum Rezept:

  • Die Backzeit dauert  abhängig von der Kartoffelsorte, Größe der Kartoffelspalten und Beschaffenheit des Backrohrs unterschiedlich lang.
  • In Wasser eingelegt werden die Spalten, damit das Äußere beim Backen schön knusprig wird, das Innere weich bleibt.

Zutaten:

  • Kartoffel (2-3 pro Person)
  • Rapsöl (oder ein anderes Öl, das hohe Temperaturen verträgt)
  • Salz
  • Pfeffer
  • optional: Parmesan, Schnittlauch, Chiliflocken, Knoblauch, frische Kräuter etc.

Zubereitung:

Kartoffel gründlich waschen und ungeschält in Spalten schneiden – wie viel ist abhängig von der Größe der Kartoffel, aber gut einen Zentimeter dick sollten sie sein. Je dünner desto knuspriger.

Die Kartoffelspalten in eine Schüssel geben und mit so viel heißem Wasser (heißes Leitungswasser) übergießen, bis alle bedeckt sind. Zehn Minuten stehen lassen.

Ofen auf 250°C vorheizen.

Backblech ordentlich mit Öl einpinseln (optional: mit Backpapier auslegen und dieses einpinseln) und etwa 1/4 Teelöffel Salz und 1/4 Teelöffel Pfeffer gleichmäßig darauf verteilen.

Kartoffelspalten gründlich abtrocknen und nebeneinander auf dem Backblech auflegen. Sobald alle aufgelegt sind, jede einzeln umdrehen – so sind beide Seiten mit Öl bedeckt (optional: nicht umdrehen, dafür die Oberseite mit Öl einpinseln).

Das Backblech dicht mit Alufolie abdecken und fünf Minuten im Rohr backen, dann Alufolie abnehmen und mindestens fünfzehn Minuten weiterbacken. Blech aus dem Ofen nehmen und die Kartoffelspalten wenden. Weitere zehn Minuten backen.

Fertig sind sie, wenn beide Seiten schön goldbraun sind. Nun nach Wunsch Salz, Parmesan, Knoblauch, Chiliflocken, frische Kräuter etc. darübergeben.