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Dieses Wochenende war Allerheiligen. Traditionen und Bräuche werden im hiesigen Haushalt ernst genommen – und zwar in kulinarischer Hinsicht. Ausschließlich in kulinarischer Hinsicht eigentlich. Allerheiligen verlangt jedenfalls nach einem Striezel, und besonders nach einem enttäuschenden Striezelkauf vor ein paar Wochen hatte ich Verlangen nach einem guten Striezel. Aus dem nicht so guten Striezel habe ich Arme Ritter gemacht, die wurden dank Zugabe von Ei, Milch und Butter zum Glück hervorragend. Hervorragend ist auch der selbstgemachte Allerheiligenstriezel geworden und die Hälfte davon wurde bereits aufgegessen bevor ich dazugekommen bin, Fotos davon zu machen.

Butter und Marmelade sind wohl die klassischen Begleiter zu einem Striezel. Hier abgebildet ist eine hervorragende Trauben-Ingwer-Marmelade, selbstgemacht von meiner Freundin R. aus steirischen Isabella-Trauben aus ihrem Weingarten.

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Ich habe hier schon einmal ein Striezelrezept veröffentlicht und habe mich mehr oder weniger daran gehalten. Das ursprüngliche Rezept habe ich aus dem Kochbuch von Bad Ischls Konditormeister Zauner. Geändert hat sich, dass ich Trockengerm genommen habe. Daher veröffentliche ich nun ein aktualisiertes Rezept. Und im Unterschied zum vorigen Mal habe ich nur einen Striezel gemacht statt zwei, die Mengen also halbiert.

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Zutaten:

  • 1/2 kg Mehl (Universalmehl)
  • 1 Pkg Trockengerm (21 g)
  • 225 ml Milch
  • 60 g Feinkristallzucker
  • 1/2 EL Vanillezucker
  • 1/2 TL Salz
  • 2 Eidotter (1 1/2 Eidotter für den Teig, 1/2 Eidotter zum Bestreichen)
  • abgeriebene Schale von 1/2 unbehandelten Zitrone
  • 70 g Butter (Zimmertemperatur)
  • 1 Handvoll Rosinen (optional)
  • Hagelzucker zum Bestreuen
  • 1 EL Milch zum Bestreichen

Zubereitung:

Alle Zutaten aus dem Kühlschrank nehmen, damit sie Zimmertemperatur erreichen, bevor sie weiterverarbeitet werden. Mit einer Gabel das Mehl mit dem Germ in einer großen Schüssel mischen. Beiseite stellen. In einem kleinen Topf die Milch leicht anwärmen, aber nicht erhitzen. Vom Herd nehmen und Zucker, Vanillezucker, Salz, 1 1/2 Eidotter und Zitronenschale einrühren. Mit einem Löffel so lange umrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die Ei-Milch nun zum Mehl mengen (wer will: Rosinen dazugeben) und gut verrühren. Butter zum Teig geben und den Teig gut kneten. Anfangs mag der Teig noch klebrig sein, je länger er geknetet wird, desto seidiger wird er. So lange kneten, bis er sich gut von der Arbeitsfläche löst. Zu einer Kugel formen, in eine Schüssel geben und mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken. Die Schüssel an einen warmen Ort stellen und den Teig mindestens eine Stunde lang gehen lassen, besser zwei Stunden. Die Schüssel kann in die Nähe eines Heizkörpers gestellt werden, allerdings nicht direkt darauf, und auch nicht an einen zugigen Ort.

Während der Teig geht hat man Zeit sich zu überlegen, wie man den Striezel flechten möchte. Anleitungen findet ihr zum Beispiel auf dieser Seite. Ich habe dieses Mal einen Sechserzopf gemacht und bin dieser Anleitung gefolgt: 

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(Quelle der Anleitung: meine Rezeptemappe. Die Kopie wurde in der Familie weitergegeben, Ursprung unbekannt. Wenn wer etwas weiß, bitte melden.)

Ist der Teig gut aufgegangen, wird er noch einmal gut und lang durchgeknetet. Dann in sechs gleich große Stücke teilen und zu runden Kugeln „schleifen“. Zum Schleifen mit der hohlen Hand und anfangs noch fast ohne Druck die Teigkugel kreisend auf der Arbeitsfäche bewegen, mit der Zeit den Druck erhöhen und die Bewegung größer werden lassen – so lange schleifen, bis die Kugeln eine schöne, geschliffene Oberfläche haben. Wer will, kann zu diesem Zeitpunkt die Kugeln noch einmal gehen lassen. Ich habe darauf verzichtet und aus den Teigkugeln gleich Stränge gerollt. Die sechs Stränge müssen gleich lang sein. Nebeneinander auf die bemehlte Arbeitsfläche legen, mit einem Küchentuch abdecken und noch einmal zehn bis zwanzig Minuten gehen lassen. Backrohr auf 180°C vorheizen.

Nun gemäß Anleitung aus den Teigsträngen einen Striezel flechten. Backpapier auf ein Backblech legen und den Striezel darauf. Den übrigen halben Dotter mit Milch verquirlen und den Striezel damit bestreichen. Hagelzucker großzügig daraufstreuen. Etwa 25 Minuten lang backen. Dann den Striezel herausnehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen (zumindest vom heißen Blech nehmen). Genießen.

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