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Apfelschalentee ist das neue Schwarz. Soll heißen: Trend. Im hiesigen Haushalt sind Apfelschalen bisher sofort in den Abfall gewandert – weder gibt’s ein Kaninchen oder ein Meerschweinchen noch ein Schweinchen, das sich darum annehmen könnte. Mir war das bisher aber nie so recht. Das mit dem Abfall, nicht mit der Tierhaltung in Stadtwohnungen. Wann immer es ging, habe ich Äpfel mitsamt Schale verarbeitet, aber Apfelmus etwa schmeckt schalenlos einfach besser. Ich habe auch versucht, Apfelschalen zu trocknen. Im Backrohr. Sagen wir so: Der Raumduft Note „Apfel“ war gut. Über alles andere schweigen wir bitte.

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Im Internet (wo sonst) stolperte ich dann zufällig irgendwo über die Anregung, mit den Schalen einen Tee zuzubereiten, und schließlich brachte letztens der Falter (wer sonst), die Wiener Stadtzeitung, eine Kochanleitung für Apfelschalentee (Ausgabe 45/13): Man lasse Apfelschalen zehn Minuten in Wasser ziehen, so komme der „hauchzarte Apfelgeschmack“ zur Geltung, außerdem füge man noch Süßungsmittel (Honig, Zucker oder Agavendicksaft) hinzu. Geh bitte! Ich hielt mich natürlich nicht an diese Rezeptur, sondern ließ die Apfelschalen mindestens eine Viertelstunde lang wild brodelnd kochen, verzichtete auf Süßungsmittel und – voilà – das Heißgetränk schmeckte INTENSIV nach Apfel, und auch süß. Es kommt vielleicht auf die Äpfel an und das Verhältnis Wasser zu Apfelschalen. Der Tee hat übrigens eine schöne goldene Farbe mit einem Hauch Rosa, die leider aber auf meinen Fotos nicht wirklich zur Geltung kommt.

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Die Äpfel, die ich dafür genommen habe, waren äußerst wohlschmeckende steirische, Sorte mir unbekannt, aus dem Obstgarten von R. und E. (von wo auch die Isabellamarmelade stammt). Aus Gründen der Lagerung (wer hat in Wien schon einen Erdkeller) waren die Äpfel schon leicht angeschrumpelt als ich sie verarbeitet habe, aber davon darf man sich nicht abhalten lassen. Solange sie nicht faulig sind, kann man sie auf jeden Fall nehmen. Aus den geschälten Äpfeln könnte man wunderbares, süßes, fruchtiges Apfelmus herstellen, siehe unten, oder sie anderweitig verwenden, etwa wie hier.

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Apfelschalentee

Zutaten:

  • etwa sieben Äpfel (relativ klein) – unbedingt ungespritzt!
  • gut einen halben Liter Wasser

Zubereitung:

Äpfel schälen, die fauligen Stellen ausschneiden und entsorgen. Die Schalen in einen kleinen Topf geben, Wasser dazu. Gut fünfzehn Minuten lang brodelnd kochen. Topf vom Herd nehmen, Apfelschalen abseihen und entsorgen. Tee ist fertig.

Apfelmus

Zutaten:

  • etwa sieben geschälte Äpfel
  • ein kleines Stück Zimtrinde
  • zwei Gewürznelken
  • etwa einen Viertelliter Wasser

Zubereitung:

Die geschälten Äpfel in grobe Spalten schneiden und Kerngehäuse entfernen. Die Äpfel mit den Gewürzen und dem Wasser in einen kleinen Topf geben, Deckel darauf, und für etwa zwanzig Minuten auf sehr kleiner Flamme kochen. Darauf achten, dass es nicht anbrennt, hin und wieder umrühren. Fertig ist das Mus, wenn die Äpfel beim Umrühren von selber zerfallen. Vom Herd nehmen, Zimt und Nelken entfernen, noch einmal gut durchrühren. Wer es fein passiert haben will, nimmt dafür den Pürierstab. Das Mus etwas abkühlen lassen und servieren. Das Apfelmus passt hervorragend zu Kaiserschmarrn und wenn man es nicht gleich aufisst, würde es sich im Kühlschrank einige Tage halten.

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