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Heute ist Gründonnerstag, und gemäß katholischer Tradition heißt das, dass Spinat auf den Tisch kommt. Dass das „Grün“ in Gründonnerstag von greinen, also wehklagen kommt, ist hinlänglich bekannt. Irgendwann hat man aber damit angefangen, es als Farbe zu verstehen, und damit passte Spinat gut in die Geschichte.

Dass ausgerechnet jetzt Spinat gegessen wird, könnte auch etwas damit zu tun haben, dass er eben derzeit wächst und gedeiht. Deswegen, so meine Vermutung, ist versucht worden, das Gericht in eine religiöse Tradition zu integrieren oder gar damit eine zu schaffen. Denn wir alle wissen: mit einer Geschichte macht vieles mehr Spaß und gibt eher Sinn. War das früher (wann war nur dieses ominöse früher?) meist mit Religion und Bräuchen verbunden, so wird diese Taktik heute beispielsweise in der Werbung angewendet. Ob Religion tatsächlich mehr Spaß macht, wenn man am Gründonnerstag Cremespinat isst, weiß ich nicht. Auch das mit dem Sinn geben bezweifle ich stark. Nicht abstreiten lässt sich, dass mir Cremespinat schmeckt.

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Und so begab es sich, dass mir diese Woche im abonnierten Biogemüsekistl Spinat zugestellt wurde. Deshalb gibt’s dieses klassische Gericht – nicht nur heute, auch an vielen anderen Tagen im Jahr. Gestern zum Beispiel. Als Begleitung auf dem Teller fungiert ein Spiegelei und Erdäpfelschmarren. Der Erdäpfelschmarren darf ein bisschen bunter ausfallen, neben „normalen“ Erdäpfeln der Sorte Ditta sind auch violette dabei. Diese waren vor einiger Zeit im Biogemüsekistl, allerdings kann ich mich nicht mehr erinnern, welche Sorte das ist. Das Beste am Erdäpfelschmarren sind die karamellisierten Zwiebel. Zwiebel zu karamellisieren heißt einfach, dass die fein geschnittenen Zwiebeln in Öl in einer großen Pfanne für eine ziemlich lange Zeit (etwa eine Dreiviertelstunde) bei recht niedriger Hitze geröstet werden.

Das Rezept für den Cremespinat habe ich aus dem Kochbuch „Österreich vegetarisch“; ich hatte allerdings nicht so viel Spinat zur Hand und habe deshalb die Menge entsprechend adaptiert. Das ergibt eine Hauptspeise für zwei Personen.

Zutaten:

  • gut 1/2 kg frischer Spinat
  • 1 EL Butter
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • Muskatnuss
  • 50 ml Obers
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung:

Spinat waschen und Stiele entfernen. Gut abtropfen lassen bzw. trockenschleudern. In einem großen Topf Butter schmelzen und Spinat dazugeben. Knoblauch pressen, dazugeben. Eine großzügige Prise Muskatnuss hineinreiben. Salzen und pfeffern. Regelmäßig umrühren – der Spinat fällt schnell zusammen. Mit Obers aufgießen und kurz ordentlich aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und mit einem Pürierstab pürieren. Fertig.

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