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Es ist nicht immer einfach: Dann zum Beispiel, wenn ein Gericht auf Fotos nicht gut aussieht und noch dazu die Bezeichnung nicht gut klingt. Wie in diesem Fall. Der Plural von Topinambur ist wirklich nicht schön. Und beim Schälen der Topinamburknollen wird einem wieder einmal bewusst, warum die Menschheit Kartoffel bevorzugt. Runde Knollen zu schälen ist definitiv einfacher als diese interessant geformten Topinamburen. Aber es hilft alles nichts, das Gericht schmeckt gut und die Zubereitung ist unkompliziert, deshalb lasse ich hier zum wiederholten Male ästhetische Bedenken beiseite und stelle kulinarische Gelüste voran.

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Die Idee für dieses Gericht basiert lose auf dem Rezept für geschmorten Lauch aus dem Kochbuch „Österreich vegetarisch“, aber wirklich nur sehr lose. Denn eigentlich hatte ich kaum etwas von den Zutaten zuhause, die im Rezept angeführt werden. Also habe ich mein eigenes Rezept mit Zutaten, die ich da hatte, kreiert. Extra dafür einkaufen zu gehen war für mich keine Option. Momentan bin ich wieder einmal in einer Phase, in der ich den Lebensmitteleinkauf verweigere, zumindest das Einkaufen im Supermarkt. Zwecks Schonung meiner Nerven bleibe ich Supermärkten so gut wie möglich fern – ich bekomme nämlich immer einen Grant, wenn ich all die ewig lang haltbaren 0,1%-Fett-Milchprodukte, die eingeschweißten Gurken aus Südspanien im Jänner, die abertausenden Fertiggerichte und die überzuckerten Frühstücksflocken sehe. Nur daran zu denken bringt mich schon wieder in Rage!

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Zur Nervenberuhigung gibt’s erdiges Essen – erdig im Sinn von „down to earth“, also bodenständig und unkompliziert.

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Ergibt zwei Portionen.

Zutaten:

  • 1/2 Häferl Gerstengraupen (Rollgerste)
  • 2 Handvoll Topinamburen
  • 5 Stangen Frühlingszwiebel
  • 2 Rosmarinzweige
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl

Zubereitung:

Gerstengraupen nach Packungsanweisung zubereiten. In meinem Fall: ein halbes Häferl Graupen und eineinhalb Häferl Wasser in einem Topf zugedeckt dreißig Minuten lang bei geringer Hitze kochen, dann noch 15 Minuten nachziehen lassen.

Eine kleine Auflaufform mit Olivenöl auspinseln.

In der Zwischenzeit Topinamburen waschen und schälen. Erfahrungsgemäß geht das Schälen mit einem kleinen, scharfen Schälmesser besser als mit einem Sparschäler. In grobe Stücke schneiden und in die Auflaufform geben.

Frühlingszwiebel waschen, welke Enden entfernen, halbieren und in die Auflaufform geben.

Rosmarinzweige darüberlegen.

Großzügig salzen, ein bisschen pfeffern, ordentlich Olivenöl darübergeben und mit einem Löffel einmal durchmischen, damit das Gemüse mit Öl und Gewürzen bedeckt ist.

In das Rohr geben und mindestens dreißig Minuten bei gut 200°C braten lassen. Bei der Wahl der richtigen Temperatur und Bratzeit kommt es auf den Herd und den gewünschten Grad an Bräunung an. Mein Gasherd hat leider nur Unterhitze, daher braucht alles meistens ein bisschen länger, er darf nicht so heiß aufgedreht werden und das Bratgut muss zwischendurch gewendet werden. Daher einfach nach 15 Minuten einmal kontrollieren, ob der Bratvorgang auf dem richtigen Weg ist; wenn nötig, das Gemüse einmal umrühren. Wenn es verführerisch nach Essen riecht, ist das ein guter Indikator dafür, dass die Backofentür undicht ist das Bratgut fertig ist.

Gemüse mit den Gerstengraupen auf dem Teller anrichten.




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