Marillenmarmeladenporridge

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Das schmeckt nach Sommer! Marillenmarmelade macht diesen Haferbrei verführerisch süß und fruchtig. Und das Anrösten der Flocken vor dem Kochen fügt dem Ganzen einen nussigen Grundton bei, der interessanterweise perfekt mit der Fruchtkomponente harmoniert. Hätte ich mir so nicht gedacht.
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Eine wohlschmeckende Variante ist, den Brei mit Rhabarberkompott statt mit Marmelade zu essen. Das habe ich am Montag gemacht, weil noch eine Portion Kompott vom Wochenende da war und weil es gut harmoniert. Die perfekte Harmonie hat sich allerdings erst nach der Zugabe von ein paar Löffel Honig eingestellt, da das Rhabarberkompott doch gar recht sauer war. Bei einem süßeren Kompott oder einer süßen Marmelade muss aber kein Honig oder Zucker zum Brei dazugegeben werden, die haben selber Süße genug. Wie nett von ihnen!

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So ein fruchtig-nussiger Brei ist mir eine willkommene Kuchenalternative, wenn wieder einmal der Kuchen aus ist. Oder eine Frühstücksalternative für unter der Woche, wenn sich der Gusto nach einem Käsebrot einfach nicht einstellen will.

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Weitere Porridge-Ideen auf diesem Blog finden sich hier, hier und hier.

Ergibt zwei Portionen.

Zutaten:

  • 1 EL Butter
  • 8 EL Flocken (Haferflocken oder eine Flockenmischung)
  • 400 ml Wasser (ungefähr)
  • 1 Prise Salz
  • 2-3 EL Dinkelgrieß
  • 4-6 EL Marillenmarmelade

Zubereitung:

In einem kleinen Topf Butter schmelzen. Flocken dazugeben und unter Rühren anrösten, bis es nussig duftet. Wasser und Salz dazugeben. Auf kleiner Flamme köcheln lassen, regelmäßig umrühren. Durch das Umrühren werden die Flocken weicher und bekömmlicher. Sobald das Wasser fast ganz aufgesogen worden ist, Grieß dazugeben. Gegebenenfalls noch etwas Wasser hinzufügen bzw. – falls es zu wässrig ist – etwas mehr Grieß dazugeben. Noch ein paar Mal umrühren, vom Herd nehmen und kurz stehen lassen, damit der Grieß gut aufgeht und der Brei schön sämig wird. Marillenmarmelade einrühren und in Schüsseln geben.

Tomaten-Gerstengraupen-Auflauf

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Manchmal gibt’s gar nicht viel zu sagen. Das ist hier und jetzt der Fall. Nur eines vielleicht: ich bin auf einem Gerstengraupen-Trip. Das heißt: Gerste kommt im hiesigen Haushalt derzeit recht oft auf den Tisch. Wahrscheinlich so oft und so lange, bis ich sie nicht mehr sehen kann und nicht mehr schmecken kann. So wie damals beim Couscous, dem alten Trendkorn. Davon haben wir uns alle ja auch irgendwann einmal satt gegessen. Mein aktuelles Trendkorn jedenfalls ist die Gerstengraupe und falls ihr sie noch nicht kennt, solltet ihr das schleunigst ändern.

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Ansonsten ist noch zu erwähnen, dass heuer Spargel und Rhabarber mein kulinarisches Herz erfreuten, und sie tun es immer noch, schließlich haben sie Saison. Apropos Saison: Belustigt blicke ich derzeit auf die zahlreichen (Instagram-)Fotos von Erdbeerdesserts, Erdbeershakes und Erdbeersonstwas. Da weiß man wieder, wem der saisonale Gedanke wurscht ist. Denn hier und jetzt wachsen noch keine Erdbeeren. Und man weiß auch, wem Geschmack wurscht ist. Denn nach recht viel schmecken die importierten Erdbeeren ja nicht. Was sich diese Erdbeeresser/innen dabei denken möchte ich wissen – aber wahrscheinlich machen sie sich einfach nicht allzu viele Gedanken. “Laut Kalender ist jetzt Frühling, draußen ist es warm, also muss es Erdbeeren geben.” Und da endet bei diesen Erdbeeresser/innen wohl schon der Gedankengang. Ich kann darüber nur den Kopf schütteln und mir die Reste des Gerstengraupenauflaufs warm machen.

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Zutaten:

  • 1/2 Tasse Gerstengraupen
  • 340 g (= eine halbe Flasche) Tomatenpolpa
  • 4 kleine Zwiebel
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 1 große Handvoll Petersilienblätter
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl
  • Parmesan

Zubereitung:

Gerstengraupen nach Packungsanweisung zubereiten. In meinem Fall: ein halbes Häferl Graupen und eineinhalb Häferl Wasser in einem Topf zugedeckt dreißig Minuten lang bei geringer Hitze kochen, dann noch 15 Minuten nachziehen lassen.

Zwiebel häuten, halbieren und in feine Scheiben schneiden. In eine mittelgroße Edelstahlpfanne mit hohem Rand (oder einen Edelstahltopf) einen großzügigen Schuss Olivenöl geben, erhitzen, Temperatur zurückdrehen, Zwiebel dazugeben und mindestens dreißig Minuten lang bei geringer Hitze braten. Gelegentlich umrühren. Fertig ist der Zwiebel, wenn er schön gold-braun und lätschert (weich) ist. Anbrennen ist bei der niedrigen Temperatur eigentlich nicht möglich.

In der Zwischenzeit Petersilie waschen und in grobe Stücke zupfen. Frühlingszwiebel waschen, welke Enden wegschneiden und in ein Zentimeter breite Ringe schneiden. Eine nicht zu große Auflaufform mit Olivenöl auspinseln.

Wenn der Zwiebel fertig angebraten ist, die Tomatenpolpa und Frühlingszwiebel dazugeben, ordentlich salzen, ein bisschen pfeffern. Bei größerer Hitze als vorher zugedeckt noch gut zehn Minuten köcheln lassen. Dann Petersilie dazugeben.

Wenn die Graupen fertig gekocht sind, diese in die Auflaufform geben und gleichmäßig verteilen. Darauf die Tomatensauce verteilen und darüber viel Parmesan reiben. Im Rohr bei etwa 200°C etwa 25 Minuten lang backen.

 

Gebratene Topinamburen mit Gerstengraupen

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Es ist nicht immer einfach: Dann zum Beispiel, wenn ein Gericht auf Fotos nicht gut aussieht und noch dazu die Bezeichnung nicht gut klingt. Wie in diesem Fall. Der Plural von Topinambur ist wirklich nicht schön. Und beim Schälen der Topinamburknollen wird einem wieder einmal bewusst, warum die Menschheit Kartoffel bevorzugt. Runde Knollen zu schälen ist definitiv einfacher als diese interessant geformten Topinamburen. Aber es hilft alles nichts, das Gericht schmeckt gut und die Zubereitung ist unkompliziert, deshalb lasse ich hier zum wiederholten Male ästhetische Bedenken beiseite und stelle kulinarische Gelüste voran.

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Die Idee für dieses Gericht basiert lose auf dem Rezept für geschmorten Lauch aus dem Kochbuch “Österreich vegetarisch”, aber wirklich nur sehr lose. Denn eigentlich hatte ich kaum etwas von den Zutaten zuhause, die im Rezept angeführt werden. Also habe ich mein eigenes Rezept mit Zutaten, die ich da hatte, kreiert. Extra dafür einkaufen zu gehen war für mich keine Option. Momentan bin ich wieder einmal in einer Phase, in der ich den Lebensmitteleinkauf verweigere, zumindest das Einkaufen im Supermarkt. Zwecks Schonung meiner Nerven bleibe ich Supermärkten so gut wie möglich fern – ich bekomme nämlich immer einen Grant, wenn ich all die ewig lang haltbaren 0,1%-Fett-Milchprodukte, die eingeschweißten Gurken aus Südspanien im Jänner, die abertausenden Fertiggerichte und die überzuckerten Frühstücksflocken sehe. Nur daran zu denken bringt mich schon wieder in Rage!

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Zur Nervenberuhigung gibt’s erdiges Essen – erdig im Sinn von “down to earth”, also bodenständig und unkompliziert.

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Ergibt zwei Portionen.

Zutaten:

  • 1/2 Häferl Gerstengraupen (Rollgerste)
  • 2 Handvoll Topinamburen
  • 5 Stangen Frühlingszwiebel
  • 2 Rosmarinzweige
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl

Zubereitung:

Gerstengraupen nach Packungsanweisung zubereiten. In meinem Fall: ein halbes Häferl Graupen und eineinhalb Häferl Wasser in einem Topf zugedeckt dreißig Minuten lang bei geringer Hitze kochen, dann noch 15 Minuten nachziehen lassen.

Eine kleine Auflaufform mit Olivenöl auspinseln.

In der Zwischenzeit Topinamburen waschen und schälen. Erfahrungsgemäß geht das Schälen mit einem kleinen, scharfen Schälmesser besser als mit einem Sparschäler. In grobe Stücke schneiden und in die Auflaufform geben.

Frühlingszwiebel waschen, welke Enden entfernen, halbieren und in die Auflaufform geben.

Rosmarinzweige darüberlegen.

Großzügig salzen, ein bisschen pfeffern, ordentlich Olivenöl darübergeben und mit einem Löffel einmal durchmischen, damit das Gemüse mit Öl und Gewürzen bedeckt ist.

In das Rohr geben und mindestens dreißig Minuten bei gut 200°C braten lassen. Bei der Wahl der richtigen Temperatur und Bratzeit kommt es auf den Herd und den gewünschten Grad an Bräunung an. Mein Gasherd hat leider nur Unterhitze, daher braucht alles meistens ein bisschen länger, er darf nicht so heiß aufgedreht werden und das Bratgut muss zwischendurch gewendet werden. Daher einfach nach 15 Minuten einmal kontrollieren, ob der Bratvorgang auf dem richtigen Weg ist; wenn nötig, das Gemüse einmal umrühren. Wenn es verführerisch nach Essen riecht, ist das ein guter Indikator dafür, dass die Backofentür undicht ist das Bratgut fertig ist.

Gemüse mit den Gerstengraupen auf dem Teller anrichten.




Cremespinat

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Heute ist Gründonnerstag, und gemäß katholischer Tradition heißt das, dass Spinat auf den Tisch kommt. Dass das “Grün” in Gründonnerstag von greinen, also wehklagen kommt, ist hinlänglich bekannt. Irgendwann hat man aber damit angefangen, es als Farbe zu verstehen, und damit passte Spinat gut in die Geschichte.

Dass ausgerechnet jetzt Spinat gegessen wird, könnte auch etwas damit zu tun haben, dass er eben derzeit wächst und gedeiht. Deswegen, so meine Vermutung, ist versucht worden, das Gericht in eine religiöse Tradition zu integrieren oder gar damit eine zu schaffen. Denn wir alle wissen: mit einer Geschichte macht vieles mehr Spaß und gibt eher Sinn. War das früher (wann war nur dieses ominöse früher?) meist mit Religion und Bräuchen verbunden, so wird diese Taktik heute beispielsweise in der Werbung angewendet. Ob Religion tatsächlich mehr Spaß macht, wenn man am Gründonnerstag Cremespinat isst, weiß ich nicht. Auch das mit dem Sinn geben bezweifle ich stark. Nicht abstreiten lässt sich, dass mir Cremespinat schmeckt.

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Und so begab es sich, dass mir diese Woche im abonnierten Biogemüsekistl Spinat zugestellt wurde. Deshalb gibt’s dieses klassische Gericht – nicht nur heute, auch an vielen anderen Tagen im Jahr. Gestern zum Beispiel. Als Begleitung auf dem Teller fungiert ein Spiegelei und Erdäpfelschmarren. Der Erdäpfelschmarren darf ein bisschen bunter ausfallen, neben “normalen” Erdäpfeln der Sorte Ditta sind auch violette dabei. Diese waren vor einiger Zeit im Biogemüsekistl, allerdings kann ich mich nicht mehr erinnern, welche Sorte das ist. Das Beste am Erdäpfelschmarren sind die karamellisierten Zwiebel. Zwiebel zu karamellisieren heißt einfach, dass die fein geschnittenen Zwiebeln in Öl in einer großen Pfanne für eine ziemlich lange Zeit (etwa eine Dreiviertelstunde) bei recht niedriger Hitze geröstet werden.

Das Rezept für den Cremespinat habe ich aus dem Kochbuch “Österreich vegetarisch”; ich hatte allerdings nicht so viel Spinat zur Hand und habe deshalb die Menge entsprechend adaptiert. Das ergibt eine Hauptspeise für zwei Personen.

Zutaten:

  • gut 1/2 kg frischer Spinat
  • 1 EL Butter
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • Muskatnuss
  • 50 ml Obers
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung:

Spinat waschen und Stiele entfernen. Gut abtropfen lassen bzw. trockenschleudern. In einem großen Topf Butter schmelzen und Spinat dazugeben. Knoblauch pressen, dazugeben. Eine großzügige Prise Muskatnuss hineinreiben. Salzen und pfeffern. Regelmäßig umrühren – der Spinat fällt schnell zusammen. Mit Obers aufgießen und kurz ordentlich aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und mit einem Pürierstab pürieren. Fertig.

Radieschenblätterpesto

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Was ich am Selberkochen am meisten mag: die Verwertung der Zutaten vom Kopf bis zum Schwanz oder in diesem Fall von der Wurzel bis zum Blatt. Damit liege ich voll im Trend, denn neuerdings wird nichts mehr weggeworfen, Innereien werden wieder gegessen, Köpfe ausgekocht, Schwänze geschmort – zumindest in der fleischlastigen Küche. Dem steht die Gemüseküche um nichts nach, und das Radieschen ist ein tolles Beispiel dafür. Außerdem sind Radieschen das neue Trendgemüse, lösen wohl sogar den heiligen Kale (Kohl) ab. Unglaublich!

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Jedenfalls werden für dieses Pesto die Blätter des gemeinen Radieschen verwendet. Dass diese gegessen werden können, war mir bis vor kurzem unbekannt. Euch wahrscheinlich auch, oder? Für den Genuss der Wurzel, also der Radieschenknolle, gibt es ausreichend viele und bekannte Varianten, etwa im Salat, auf dem Butterbrot, eingelegt …, da brauche ich euch nichts zu erzählen. Und nun habe ich endlich für das Radieschengrün eine Verwendungsmöglichkeit gefunden.

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Das Rezept fand ich auf einem meiner Lieblingsblogs, nämlich chocolateandzucchini.com. Im Prinzip habe ich am Originalrezept nichts verändert (natürlich habe ich etwas verändert), bloß hatte ich weniger Radieschenblätter zur Hand und Sonnenblumenkerne statt Pinienkerne genommen. Pinienkerne sind nicht wirklich aus regionaler Quelle erhältlich, Sonnenblumenkerne schon, daher fiel die Entscheidung leicht. Walnüsse könnte man auch nehmen, aber da besteht die Gefahr, dass das Pesto zu bitter wird. Und die Radieschenblätter sind sowieso schon etwas bitter. Sie schmecken außerdem ein bisschen scharf, aber nicht brennend scharf, sondern geschmacklich vergleichbar mit Brennnesseln.

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Das Pesto macht sich gut auf Nudeln, auf (getoastetem) Brot und in Salatdressings. Die Radieschenblätter sollten so frisch wie möglich sein, wenn sie welk sind, ist es zu spät.

Zutaten:

  • 1 Handvoll frischer Radieschenblätter
  • 15 g Parmesan
  • 15 g Sonnenblumenkerne (oder andere Nüsse)
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 1/2 TL Zitronenzesten
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung:

Die Stängel der Radieschenblätter entfernen, die Blätter waschen und gut abtropfen lassen. Den Käse reiben.

Alle Zutaten in eine zum Pürieren geeignete Schüssel geben und mit dem Stabmixer zerkleinern. Nach Belieben salzen und pfeffern. Zwischendurch mit einem Löffel verrühren, damit das Pesto gleichmäßig fein wird. Sollte das Endergebnis zu fest sein, einfach noch etwas Olivenöl dazugeben.

In einem luftdicht verschlossenen Behälter im Kühlschrank hält sich das Pesto einige Tage, besonders wenn auf die Pestooberfläche ein bisschen Olivenöl gegeben wird.

Rhabarberstreuselkuchen reloaded und ein Special Feature


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Es ist ja nicht so, dass mir nichts Neues mehr einfällt, aber ich werde hier tatsächlich ein Rezept posten, das ich auf diesem Blog schon einmal veröffentlicht habe. Gründe dafür? Erstens ist es das allerbeste Rhabarberkuchenrezept überhaupt, zweitens möchte ich einige Tipps und Tricks mit euch teilen und euch das Rezept wieder in Erinnerung rufen. Außerdem gibt es ein Special Feature am Ende des Rezeptes!

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Was ich in der Zwischenzeit gelernt habe, möchte ich nur zu gern mit euch teilen: bessere Streusel zu machen. Dafür sind zwei Schritte wichtig: die Butter zu schmelzen, bevor sie dann lauwarm zu Mehl und Zucker gerührt wird. Das ergibt schöne Klümpchen, also schon die Streusel. Und dann müssen diese Streusel unbedingt eingefroren werden. Es macht daher Sinn, die Streusel ganz am Anfang vorzubereiten, dann können sie während der Teigzubereitung schön tiefkühlen. Wenn sie in gefrorenem Zustand kurz vor dem Backen auf den Kuchen gegeben werden, behalten sie ihre Form besser. Wer aus Gründen die Butter nicht schmelzen möchten, sondern sie kalt in Würfel schneidet und sie mit Mehl, Zucker und Gewürzen abbröselt und zu einem Klumpen formt, sollte diesen ebenfalls in den Tiefkühler geben und dann vor dem Backen mit einer Reibe über den Kuchen reiben – auch so gelingt eine schöne Streuselkonsistenz.

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Außerdem stellt sich die leidige Frage: Soll Rhabarber geschält werden oder nicht? An sich ist die Schale nicht verträglich, zumindest im rohen Zustand. Gekocht ist das allerdings nicht so schlimm – und die hübsche Farbe bleibt erhalten, wenn er nicht geschält wird. Gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse besitze ich darüber jedoch nicht, es muss jeder und jede selbst entscheiden, wie sich das weitere Vorgehen gestaltet.

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Die angegebene Menge passt für eine Springform mit etwa 24 Zentimeter Durchmesser. Sehr viel größer sollte sie nicht sein, denn der Kuchen ist schon relativ niedrig. Achtung, der Kuchen muss beinahe eine Stunde lang backen – genügend Zeit einrechnen!

Zutaten:

Rhabarbermischung:

  • 500-600 g Rhabarber
  • 115 g Feinkristallzucker
  • 1 EL Saft einer ausgepressten Zitrone

Streusel:

  • 50 g Butter
  • 110 g Mehl
  • 35 g brauner Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise gemahlener Zimt

Teig:

  • 100 g Butter (Zimmertemperatur)
  • 115 g Feinkristallzucker
  • 1 TL Zitronenzesten
  • 2 Eier
  • 145 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 1/2 TL Salz
  • 1 Messerspitze geriebener Ingwer
  • 70 g Sauerrahm

Zubereitung:

Rhabarber waschen, Enden wegschneiden, gegebenenfalls schälen. Rhabarber in ein Zentimeter dicke Stücke schneiden, mit Zucker und Zitronensaft in einer Schüssel vermischen. Beiseite stellen.

Butter für die Streusel schmelzen. Mehl, braunen Zucker, Salz und Zimt in einer Schüssel vermischen. Die geschmolzene Butter ein bisschen abkühlen lassen (lauwarm), dann mit einer Gabel in die Mehlmischung rühren. Es bilden sich nun schöne Streusel-Klümpchen. Die Streusel in den Gefrierschrank stellen.

Butter für den Teig mit dem Zucker in einer Küchenmaschine schön ausgiebig rühren bis er weiß und flaumig ist.

In einer separaten Schüssel mit einer Gabel das Mehl mit dem Backpulver, Salz und Ingwer vermischen. Die Springform vorbereiten: entweder bebuttern und bemehlen oder mit Backpapier auskleiden.

Dann die Zitronenzesten zur Butter-Zucker-Mischung geben. Die Küchenmaschine auf eine langsamere Stufe zurückschalten und die Eier einzeln einrühren. Wieder hinaufschalten und weiterrühren lassen, damit der Teig noch flaumiger wird.

Schließlich ein Drittel der Mehlmischung mit einem Schneebesen unter die nun flaumige Teigmasse heben, dann die Hälfte des Sauerrahms rasch unterheben, dann wieder ein Drittel der Mehlmischung, dann den restlichen Sauerrahm und dann das verbliebene Mehl-Drittel.

Schließlich den Teig in die Springform füllen, mit einem Teigschaber ebnen. Darauf die Rhabarberstückchen gleichmäßig verteilen. Die Rhabarbersirupmischung vom Boden der Schüssel zurückbehalten. Die Streusel aus dem Gefrierschrank nehmen und ebenfalls gleichmäßig auf dem Kuchen verteilen. Im Backrohr bei 180°C etwa 50-60 Minuten lang backen. Den Kuchen in der Form auskühlen lassen und dann erst herausnehmen und anschneiden.

Special Feature:

Die verbliebene Rhabarbersirupmischung in einem kleinen Topf einmal aufkochen und dann etwa zehn Minuten lang kochen lassen. Wenn sie abgekühlt ist in ein Glas füllen und mit Mineralwasser aufgießen – ergibt hervorragenden Rhabarbersaft!

Apfelschalentee (und Apfelmus)

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Apfelschalentee ist das neue Schwarz. Soll heißen: Trend. Im hiesigen Haushalt sind Apfelschalen bisher sofort in den Abfall gewandert – weder gibt’s ein Kaninchen oder ein Meerschweinchen noch ein Schweinchen, das sich darum annehmen könnte. Mir war das bisher aber nie so recht. Das mit dem Abfall, nicht mit der Tierhaltung in Stadtwohnungen. Wann immer es ging, habe ich Äpfel mitsamt Schale verarbeitet, aber Apfelmus etwa schmeckt schalenlos einfach besser. Ich habe auch versucht, Apfelschalen zu trocknen. Im Backrohr. Sagen wir so: Der Raumduft Note “Apfel” war gut. Über alles andere schweigen wir bitte.

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Im Internet (wo sonst) stolperte ich dann zufällig irgendwo über die Anregung, mit den Schalen einen Tee zuzubereiten, und schließlich brachte letztens der Falter (wer sonst), die Wiener Stadtzeitung, eine Kochanleitung für Apfelschalentee (Ausgabe 45/13): Man lasse Apfelschalen zehn Minuten in Wasser ziehen, so komme der “hauchzarte Apfelgeschmack” zur Geltung, außerdem füge man noch Süßungsmittel (Honig, Zucker oder Agavendicksaft) hinzu. Geh bitte! Ich hielt mich natürlich nicht an diese Rezeptur, sondern ließ die Apfelschalen mindestens eine Viertelstunde lang wild brodelnd kochen, verzichtete auf Süßungsmittel und – voilà – das Heißgetränk schmeckte INTENSIV nach Apfel, und auch süß. Es kommt vielleicht auf die Äpfel an und das Verhältnis Wasser zu Apfelschalen. Der Tee hat übrigens eine schöne goldene Farbe mit einem Hauch Rosa, die leider aber auf meinen Fotos nicht wirklich zur Geltung kommt.

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Die Äpfel, die ich dafür genommen habe, waren äußerst wohlschmeckende steirische, Sorte mir unbekannt, aus dem Obstgarten von R. und E. (von wo auch die Isabellamarmelade stammt). Aus Gründen der Lagerung (wer hat in Wien schon einen Erdkeller) waren die Äpfel schon leicht angeschrumpelt als ich sie verarbeitet habe, aber davon darf man sich nicht abhalten lassen. Solange sie nicht faulig sind, kann man sie auf jeden Fall nehmen. Aus den geschälten Äpfeln könnte man wunderbares, süßes, fruchtiges Apfelmus herstellen, siehe unten, oder sie anderweitig verwenden, etwa wie hier.

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Apfelschalentee

Zutaten:

  • etwa sieben Äpfel (relativ klein) – unbedingt ungespritzt!
  • gut einen halben Liter Wasser

Zubereitung:

Äpfel schälen, die fauligen Stellen ausschneiden und entsorgen. Die Schalen in einen kleinen Topf geben, Wasser dazu. Gut fünfzehn Minuten lang brodelnd kochen. Topf vom Herd nehmen, Apfelschalen abseihen und entsorgen. Tee ist fertig.

Apfelmus

Zutaten:

  • etwa sieben geschälte Äpfel
  • ein kleines Stück Zimtrinde
  • zwei Gewürznelken
  • etwa einen Viertelliter Wasser

Zubereitung:

Die geschälten Äpfel in grobe Spalten schneiden und Kerngehäuse entfernen. Die Äpfel mit den Gewürzen und dem Wasser in einen kleinen Topf geben, Deckel darauf, und für etwa zwanzig Minuten auf sehr kleiner Flamme kochen. Darauf achten, dass es nicht anbrennt, hin und wieder umrühren. Fertig ist das Mus, wenn die Äpfel beim Umrühren von selber zerfallen. Vom Herd nehmen, Zimt und Nelken entfernen, noch einmal gut durchrühren. Wer es fein passiert haben will, nimmt dafür den Pürierstab. Das Mus etwas abkühlen lassen und servieren. Das Apfelmus passt hervorragend zu Kaiserschmarrn und wenn man es nicht gleich aufisst, würde es sich im Kühlschrank einige Tage halten.